Слово Командира - Остров Сокровищ;pdf

Pressemitteilung, Gaza/Stockholm, 30. Oktober 2014
Delegationsreise des „Alternativen Nobelpreises” nach Gaza:
Restriktionen für Menschenrechtsanwälte sind nicht akzeptabel;
massive Zerstörungen verlangen nach Untersuchungen;
Anerkennung Palästinas durch Schweden ist Vorbild für die ganze
Welt
Vom 28.-30. Oktober besuchte eine vierköpfige Delegation den
Gazastreifen. Sie bestand aus Jakob von Uexküll, dem Gründer des
Right Livelihood Award, Erzbischof Emeritus Anders
Wejryd, Europäischer Präsident des Ökumenischen Rats der Kirchen und
ehemaliger Erzbischof von Uppsala, Schwedische Kirche, der
Menschenrechtlerin Helen Mack Chang (RLA-Preisträgerin von 1992)
aus Guatemala, und der stellvertretenden Direktorin des International Legal
Assistance Consortium (ILAC) Agneta Johansson.
Die Delegation reiste nach Gaza, um ihre Solidarität mit Raji
Sourani und dessen Kollegen am Palestinian Center for Human
Rights (PCHR) auszudrücken. Außerdem machten sie sich ein Bild von den
Bedrohungen und Restriktionen, denen sich Raji Sourani und seine Kollegen
ausgesetzt sehen in Bezug auf ihre Sicherheit, Rechte und grundlegende
Freiheiten, die garantiert sind unter der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte, dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische
Rechte, der UN Deklaration zum Schutze der Menschenrechtsverteidiger
und dem Völkergewohnheitsrecht.
Jakob von Uexküll sagte: „Restriktionen, die Raji Souranis Bewegungsfreiheit
aus und nach Gaza einschränken, sind nicht akzeptabel. Raji Sourani stellt
sich gegen Menschenrechtsverletzungen und tritt für das Recht ein, egal wer
Vergehen begeht – sei es Israel, Hamas oder
die Palästinensische Autonomiebehörde. Dass er das tut, während er selbst
nach wie vor in Gaza lebt, ist bewundernswert und ruft nach unserer vollsten
Unterstützung. Für all jene, die Menschenrechte verteidigen, ist es extrem
wichtig, dass Raji Sourani seine Arbeit unbehindert ausüben kann.“
Eindrücke
Die Delegation traf sich in Gaza u.a. mit Opfern des letzten gewaltsamen
Konfliktes, Mitgliedern der neu geformten
Einheitsregierung der Palästinensischen Autonomiebehörde,
Familienmitgliedern von Inhaftierten, Repräsentanten von
Frauenorganisationen und mit Kirchenvertretern. In Israel trafen sie
israelische Nichtregierungsorganisationen, darunter The Other Voice,
eine Gruppe von Bürgern, die im Grenzgebiet zu Gaza leben und sich für
Frieden und ein Ende der Belagerung einsetzen.
In Gaza hörten die Delegationsmitglieder von den Traumata der
Bevölkerung Gazas, insbesondere der Kinder, infolge der
Bombardierungen, die über Wochen keinerlei Gefühl eines sicheren Ortes in
ganz Gaza erlaubten. Die Delegationsmitglieder waren geschockt von der
massiven Zerstörung in einigen Gebieten. „Nach dem, was wir zu hören und
zu sehen bekamen, richteten sich viele Attacken gegen die Zivilbevölkerung.
Das waren keine Kollateralschäden infolge eines Angriffs auf ein
militärisches Ziel. Es scheint, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit
Kriegsverbrechen begangen wurden, und wir unterstützen die Untersuchung
des UN Menschenrechtsrats zu angeblichen Verletzungen des Humanitären
Völkerrechts und von Menschenrechten während des letzten Gazakonflikts“,
so Agneta Johansson.
Die Entscheidung Schwedens, Palästina als Staat anzuerkennen,
bezeichneten die Delegationsmitglieder als „sehr wichtig“, und drückten die
Hoffnung aus, dass weitere demokratische und freie Staaten
Schwedens Beispiel folgen werden.
Eine Zusammenstellung der Eindrücke, mit denen die Mitglieder der
Delegation aus Gaza nach Israel zurückkehrten – auch Bildmaterial! –
finden Sie unter
http://www.rightlivelihood.org/visit-gaza.html
und
http://www.rightlivelihood.org/visit-gaza-pictures.html
Für Interviews stehen die Mitglieder der Delegation nach ihrer Rückkehr aus
Israel (ab dem 30.11.) gerne zur Verfügung.
Hintergrund
Raji Sourani erhielt den „Alternativen Nobelpreis“ 2013 „für sein
beharrliches Engagement für Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit unter
extrem schwierigen Bedingungen.“ Als Direktor des Palestinian Center for
Human Rights (PCHR), eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Gaza
City, dokumentierte Sourani mit seinen Kollegen gewissenhaft Verletzungen
humanitären Völkerrechts während des letzten Konflikts im Gazastreifen
und der "Operation Protective Edge”. Während der Feindseligkeiten,
sprach sich Raji Sourani fortwährend gegen Menschenrechtsverletzungen
aus, und drängte dabei auch Palästinenserführer zur Intervention, um Hamas
von extralegalen Hinrichtungen abzuhalten. Aufgrund der Schließung des
Gazastreifens hat Sourani mehr als ein Dutzend internationale Konferenzen
und Treffen verpasst, zu denen er als Direktor von PCHR und Präsident der
Arabischen Menschenrechtsorganisation (AOHR) eingeladen worden war.
Im Juli 2014, unterzeichneten 50 „Alternative Nobelpreisträger“ eine
Deklaration, in der sie die „herausragende und
mutige Arbeit, Entschlossenheit und Beharrlichkeit – unter dem Donner der
Bomben – unseres Mitpreisträgers Raji Sourani und seiner Kollegen
vom Palestinian Centre for Human Rights in Gaza“ hervorhoben.
Während des letzten Gazakrieges, wurden 2191 Menschen getötet. 1660 –
das sind 76% - waren Zivilisten. 572, entsprechend 24%
aller Getöteten, waren Kinder.
Delegationsmitglieder:
Jakob von Uexküll, Gründer und Co-Vorsitzender, Right Livelihood Award
Foundation
Erzbischof Emeritus Anders Wejryd, Europäischer Präsident, Ökumenischer
Rat der Kirchen, Ehemaliger Erzbischof von Uppsala, Schwedische Kirche
Agneta Johansson, stellv. Direktorin, International Legal Assistance
Consortium (ILAC), und Vorstandsmitglied der Right Livelihood Award
Foundation
Helen Mack Chang, Gründerin der Myrna Mack Stiftung, Right Livelihood
Award Preisträgerin von 1992, Guatemala
Kontakt
Sharan Srinivas, Programme and Research Manager (Englisch-sprachig)
[email protected]
+46-8-7020335