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Kurier (Wien)
75.925
22/10/2014
16
Angst vor Süchtigen als Nachbarn
ist nicht immer begründet
VON JOSEFGEBHARD
Alsergrund.
Dass Suchtzentren
die Sicherheit der
Anrainer
beeinträchtigen,
trifft nur bedingt zu.
Ein Sturm der Empörung
braust durch das einst so be-
schauliche Sobieski-Viertel
im 9. Bezirk. Wie berichtet,
soll im Erdgeschoß eines
Wohnhauses in der Nussdorfer Straße am 13. November
ein neues städtisches Betreuungszentrum für Suchtkranke aufsperren. An vielen
Menschen
ausgetragen",
sagt Markus Rumelhart
(SPÖ). Er ist Bezirksvorsteher in Mariahilf, wo 2012
mit dem "Jedmayer"ein un-
gleich größeres Suchtzentrum eröffnet wurde. Allein
zum Spritzentausch kommen hier derzeit täglich 500
Patientenvorbei.
Dennoch sei die Zahl der
Bürgerbeschwerden "margi-
nal", betont Rumelhart. Mit
Jedmayer-Vorgänger
Ganslwirt sei die Bevölkerung schon über Jahre an
derartige Betreuungszentren gewöhnt gewesen.
Ahnlich lautet auch der
Befund der Polizei: "Es gibt
in der Umgebung rund um
Ecken im Grätzel hängen PlaJedmayer keinen Andas
kate, auf denen vor dem Zen- stieg der Kriminalität",
betrum gewarnt wird.
tont
ein
Sprecher.
Die
letzten
Auf dem Gebäude selbst
finden sich inzwischen sogar
Statistiken weisen gerade
Schmierereien mit derseleinmal vier bis sechs Straftaben Botschaft. Von diesen ten pro Woche aus, die meisdistanziert sich Anrainer ten davon haben nichts mit
Matthias Peterlik. Empört ist dem Thema Drogen zu tun.
Freilich: Die Polizei ist in
aber auch er: "Wir wurden
überhaupt nicht eingebun- dem Grätzel sehr präsent. Etwa mit doppelten Patrouilden. Beim runden Tisch mit
len und Bereitschaftskräfder Bezirksvorsteherin wurten.
Dies wünscht man sich
wir
wie
die
Schulbuben
den
belehrt und vor vollendete auch seitens der BezirksvorTatsachen gestellt." Er sorgt stehung im Alsergrund nach
sich vor allem um die Sicher- Eröffnung des dortigen Zentrums.
heit seiner Kinder.
"Ichverstehe, dass dieAnUnternehmerinKarin Oprainer
Angst davorhaben. Sopekerfürchtetwiederum, dass
dom und Gomorrha wird desdas Zentrum mit seiner geplanten Frequenz von täglich wegen aber sicher nicht ausrund 100 Patienten das Wirt- brechen", betont auch Droschaftsleben im Grätzel zum genkoordinator Michael
Erliegen bringen wird: "Die Dressel. Ihren Ärger führt er
Betriebe in der Umgebung darauf zurück, dass sie nicht
werden das sicher nicht über- um ihre Zustimmunggefragt
wurden. "Aber würde man
leben", ist sie überzeugt.
das machen, hätten wir in
Wien keine einzige BetreuUnverständnis
ungsstelle für Suchtkranke."
Nicht überall hat man für solche Argumente Verständnis:
dem
Zentrum: Erstanlaufstelle für Süchtige
NussdorferStraße
Das Suchtberatungszentrum
entsteht auf 126 Quadratmetern
in einem ehemaligen
Geschäftslokal in der Nussdorfer
Straße 41. Vorgesehen sind
Serviceleistungenwie
Spritzentausch, Beratungen oder
Vermittlung zu anderen
Sozialstellen.
Fahrplan
Am 23. Oktober findet für
Anrainer eine Info-Veranstaltung
der Suchthilfe zu dem
umstrittenenProjekt statt.
Für den 11. November ist
direkt im neuen Lokal ein
"Tag der offenen Tür" geplant.
Zwei Tage später wird das
Zentrum offiziell eröffnet.
"Die aktuelle Diskussion im
9. Bezirkist unserer Stadtunwürdig. Sie wird auf dem Rücken von hilfsbedürftigen
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