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всЕмирный дЕнь борьбы с тубЕркулЕзом 2015 г;pdf

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AUSGABE NR. 89 - KOSTENLOS - NOVEMBER 2014 - FORUMTHEATER.DE - LINDENSTRASSE 10, 25421 PINNEBERG
01./02.+07./08./09.Nov.2014
Beginn 19:30 Uhr - sonntags 18:00 Uhr
von Neil Simon
LIEBE
THEATERGÄSTE,
Sabine Körner
Regisseurin
INHALT
Das Stück und der Autor ......... 4
Die Farce ................................. 6
Freier Wille ............................. 7
Ich wurde abgehört .............. 10
Darsteller .............................. 12
Produktionsteam .................. 13
Rückblick:
„Jakes Frauen“...................... 14
Vorschau:
„Die Kleine Hexe“ .................. 17
Danke .................................... 18
Impressum ........................... 18
Spielplan ............................... 20
waren Sie schon einmal auf dem
Dach eines Hochhauses?
Ich nicht, und ich möchte es mir
auch gar nicht vorstellen. So hoch
oben, ganz nah am Abgrund und
scharfer Wind, der mich davonwehen
könnte! Oh nein, auch das wackelige
Gefühl im Bauch, das mich schon
ereilt, wenn ich nur auf eine Leiter steigen muss, möchte ich nicht
unbedingt verstärken. Außerdem bin
ich notorische Nichtraucherin, was
also sollte mich bewogen haben, dieses
Stück zu inszenieren?
Es sind die Menschen, die mich
interessieren! Ihre Gefühle in Ausnahmesituationen, ihre Sehnsucht
nach Freiheit, ihr Wunsch, geliebt zu
werden und lieben zu können. Ihre
Irrtümer, Abhängigkeiten, Ängste,
Phantasien und Träume. Und wo besser könnte man sich diesen Lebensthemen nähern als im Theater? Dazu
noch spielerisch, mit viel Spaß, der den
Ernst nicht ausschließt?
Wir, die auf und hinter der Bühne
gestalten, Sie als Zuschauer, die mit Interesse und offenen Augen und Ohren
den Weg hierher gefunden haben, wir
alle sorgen jetzt dafür, dass hier und
jetzt ein Stück Theaterleben Gestalt
annimmt.
Ich wünsche Ihnen und uns einen
bewegenden Abend!
FORUM THEATER // PINNEBERG
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NACH DEM REGEN
KOMMUNIKATIONSVERLUST IN
UNSERER LEISTUNGSGESELLSCHAFT
Ein Hochhausdach, ziemlich hoch
(49 Stockwerke), ziemlich windig,
ziemlich kalt!
Der Aufenthalt dort oben ist
verboten, ebenso wie das Rauchen,
trotzdem scheint es eine Verlockung
für acht Menschen zu sein, sich
immer wieder dorthin zu flüchten.
Ungeachtet ihrer Position in der
Hierarchie eines großen Finanzunternehmens finden sie sich vom
Verwaltungschef bis zur Sekretärin
dort ein, dazu noch ein Stadtbote.
Für kurze Augenblicke wollen sie
sich frei fühlen. Mit dem Rauchen
einer Zigarette sollen sich ja die
Widerwärtigkeiten des Alltags in
genussvollem Rauch auflösen! Sie
4 |
FORUM THEATER // PINNEBERG
alle müssen sich in einer gnadenlosen Arbeitswelt behaupten, mit ihrer
Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung, unerfüllten Hoffnungen,
Leere und Verlust in ihrem Leben
mögen sie sich eigentlich gar nicht
auseinandersetzen. Und doch, sie begegnen einander und auch sich selbst
gezwungenermaßen in wechselnden
Konstellationen. In der aufgeladenen
Atmosphäre der Großstadt mit Lärm,
Stimmengewirr und dieser fürchterlichen Dürre, weil es zwei Jahre
nicht geregnet hat.
Dabei geraten sie gefährlich
nahe an den Abgrund, entwickeln
Absturz- und Katastrophenphantasien, sind fertig mit den Nerven und
kurz vor dem Durchdrehen. Wenn
Sergi Belbel
nur der Regen käme, der erlöst und
neues Leben möglich macht! Dem
Kommunikationsverlust in unserer
Leistungsgesellschaft in diesem
Stück, das der Autor selbst als Farce
bezeichnet, sind starke, zum Teil
brüllend komische Bilder verliehen.
Der Autor
Sergi Belbel i Coslado wurde am
29. Mai 1963 in Terrassa geboren.
Als katalanischer Schriftsteller,
Regisseur und Übersetzer zählt er zu
den bedeutendsten Gegenwartsdramatikern Spaniens. Er wurde 2005
zum neuen künstlerischen Leiter
des Teatre Nacional de Catalunya
berufen.
Sergi Belbel studierte zunächst
romanische Philologie an der
Universität Barcelona, seine ersten
Theatererfahrungen macht er 1986
am Teatro Fronterzio in Madrid.
Seit 1988 arbeitet er als Regisseur.
Er inszeniert Aufführungen seiner
Texte häufig selbst, daneben hat er
auch einen Lehrauftrag am Theaterinstitut Barcelona. Er übersetzt
Racine, Molière, Beckett und Koltès
ins Katalanische und arbeitet für das
spanische Fernsehen als Drehbuchautor und Regisseur.
„Liebkosungen“ (Carícies), zehn
Szenen über Liebe und Kommunikationsverlust, wird 1992 zum
internationalen Durchbruch. Das
1993 uraufgeführte Stück: „Nach
dem Regen“ (Después de la pluja)
wird neben „Ein Augenblick vor dem
Sterben“ (Morir) ein großer Erfolg.
1996 erhielt Sergi Belbel den spanischen Nationalpreis für Dramatische Literatur und wurde seitdem
mit verschiedenen Literatur- und
Förderpreisen (u. a. dreimal mit
dem Nationalpreis für Katalanische
Literatur) ausgezeichnet.
Seine Stücke sind in zahlreiche
Sprachen übersetzt worden und
werden in 32 Ländern Europas, Amerikas und Asiens aufgeführt. Allein
in den deutschsprachigen Ländern
wurden sieben seiner Werke in mehr
als 100 Inszenierungen gezeigt.
FORUM THEATER // PINNEBERG
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DIE FARCE
DIE BESONDERE ART DER KOMÖDIE
Sergi Belbel bezeichnet sein Stück
selbst als eine Farce. Doch was ist
das eigentlich genau?
Der Begriff leitet sich ab von dem
französischen „farce“ (Einlage) bzw.
vom lateinischen „farcire“ (hineinstopfen). In der Küche bezeichnet er
daher eine Füllung für Fleisch- oder
Fischgerichte. Und das lässt sich
durchaus auch auf das gleichnamige
Theatergenre übertragen. Dort wird
eine Farce als eine Komödie bezeichnet, in die reichlich unwahrscheinliche, ausgefallene, aber häufig doch
Exekutivdirektorin: „Ich kann fliegen!“
6 |
FORUM THEATER // PINNEBERG
denkbaren Situationen, Verkleidungen und Verwechslungen hineingestopft wurden, um die Zuschauer
zu unterhalten. Sie beeindruckt mit
sprachlichem Humor und Wortspielen, überrascht mit sexuellen
Anspielungen und bringt ein schnelles Tempo auf die Bühne. Absurdität
oder Unsinn prägen die Farce. Die
Sitten einer Zeit werden thematisiert und überspitzt, dem Zuschauer
wird der Spiegel vorgehalten. Die
handelnden Personen werden gern
als eitel, irrational, käuflich oder
kindisch gezeigt.
Im Gegensatz zu romantischen Komödien enthält die Farce normalerweise keine traditionelle Handlung,
die frustrierte Liebende zeigt, die
Hindernisse überwinden. Der Fokus
liegt häufiger darauf, dass eine Grenze überschritten wird oder etwas vor
den anderen Figuren verheimlicht
werden soll und auf einer daraus
resultierenden unvorhersehbaren
Kettenreaktion.
Über seine Farce sagt Belbel:
„Eine Komödie über die Unsicherheit, die Leere und den schwankenden Boden unter den Füßen dieser
acht Personen, die miteinander und
mit sich selbst konfrontiert werden.“
SABINE KÖRNER, KATJA KORINTH
FREIER WILLE
EINE ILLUSION DES MENSCHEN?
Der Mensch besitzt einen freien
Willen, diese Idee erklärt den Menschen zu einem vernunftbegabten
Wesen, das sich über das gleichgültig ablaufende Naturgeschehen
erheben kann, zu einer rationalen
Person, die autonom abschätzt, welche Folgen sein Handeln hat.
Damit wäre der Mensch verantwortlich für sein Tun. Darüber
waren sich auch schon die alten
Philosophen keineswegs einig. Georg
Wilhelm Hegel, 1817: „Über keine
Idee weiß man so allgemein, dass
sie unbestimmt, vieldeutig und der
größten Missverständnisse fähig ist,
als über die Idee der Freiheit.“
Es gab auch eine pragmatische
Version – die Idee eines bedingt
freien Willens. Der Mensch könne
zwar frei entscheiden, aber nur unter
den Bedingungen seiner Umwelt und
seiner Lebensgeschichte.
Vor einigen Jahren begannen sich
auch noch die Hirnforscher in diese
uralte Debatte einzumischen.
Gerhard Roth, emeritierter Neurowissenschaftler von der Universität
Bremen provoziert: “Es ist eine Illusion in dem Sinne, dass das Gefühl,
mein Bewusstsein, mein denkendes
Ich das gemacht hat. Es ist ein einfaches oder komplexes Abwägen von
Motiven und das hat mit Freiheit
nichts zu tun. Das Gehirn ist ein
gigantisches Labyrinth von Milliarden Nervenzellen, die elektrische
Signale untereinander austauschen.
Verschiedene Netzwerke für Erinnerungen, Gefühle, Denken, Planen
Verwaltungschef: „
Sie sind so dumm!“
FORUM THEATER // PINNEBERG
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Der Programmierer
im freien Fall ...
und Prognostizieren tauschen sich
untereinander aus, unterwerfen sich
Kontrollinstanzen und generieren
Handlungen. Der Mensch glaube
zwar, dass sein Ich es sei, das denkt.
In Wirklichkeit laufen die meisten
Prozesse im Gehirn unbewusst und
automatisch ab. Wenn Sie vor einer
schwierigen Entscheidung stehen,
überlegen Sie sich, was Sie tun
werden. Und welche Überlegungen
Ihnen dann kommen, ist nachweisbar nicht Ihrem Willen unterworfen.
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FORUM THEATER // PINNEBERG
Dem einen fallen viele Alternativen
ein, dem anderen gar keine. Das kann
man nicht steuern, denn sonst wäre
ja jeder Mensch, den man auffordert,
seinen Verstand walten zu lassen,
gleichermaßen klug.“
Artur Schopenhauer („Die Welt als
Wille und Vorstellung“, 1819) „Das
ist ihre Willensfreiheit. Sie besteht
darin, dass der Mensch sein eigenes
Werk ist, im Lichte der Erkenntnis.
Ich hingegen sage: Er ist sein eigenes
Werk vor aller Erkenntnis, und diese
kommt bloß hinzu, es zu beleuchten.
Bei jenen will er, was er erkennt, bei
mir erkennt er, was er will.“
Erst langsam versteht die Wissenschaft, wie Willensprozesse im
Gehirn codiert sind, denn Neurowissenschaftler auf der ganzen Welt
beschäftigen sich seit Jahren mit
den Verbindungen zwischen Gehirn
und dem Willen, Entscheidungen zu
treffen. Selbst die Entdeckung von
beteiligten Hirnarealen und langen
Versuchsreihen geben noch keinen
endgültigen Aufschluss über die
Zusammenhänge.
Der Berliner Philosoph Peter Bieri:
„Es gibt kein festes Fundament, von
dem wir uns um unseren Willen
kümmern. Es ist immer so, dass wir
viele Dinge wollen, viele Dinge überlegen und ein flukturierendes, sich
entwickelndes Selbstbild haben. Die
Wiederherstellung unserer Freiheit
bestünde dann darin, das Verständnis
unseres Willens zu vergrößern. Und
das heißt dann nichts anderes, als
dass zwei Dinge, nämlich freier Wille
und Selbsterkenntnis, viel enger miteinander verflochten sind, als wir das
manchmal glauben. Die Freiheit des
Willens zu vergrößern, heißt auch,
die Selbsterkenntnis zu vergrößern.“
Es scheint so zu sein, dass wir den
größten Teil unseres Lebens, auch
wenn wir halbwegs reflektierte
Menschen sind, in Willensfreiheit
verbringen. Wir leben unser Leben
mit sehr vielen inneren Unstimmigkeiten, Spannungen und können
nicht entscheiden, uns nicht so zu
sehen, denn es ist einfach der Fall,
dass wir so sind. Und die Erfahrung,
dass etwas, was wir wollen, nahtlos
zu dem Selbstbild passt, das wir gern
von uns haben, ist wirklich eine
Sternstunde. Kommt es vor, ist es
wohl eine Definition von Glück.
QUELLE: DEUTSCHLANDFUNK,
WISSENSCHAFT IM BRENNPUNKT
Die Sekretärinnen:
Drei Charaktere – ein gemeinsames Laster!
FORUM THEATER // PINNEBERG
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ICH WURDE ABGEHÖRT
UND ICH WAR NICHT ALLEIN ...
Ja, ich gehöre zu den Millionen
unwichtiger Deutscher, die abgehört
wurden. Genau wie bei ihnen wird
kein Politiker unruhig, fühlt sich
aufgerufen, laut zu protestieren
oder einen Untersuchungsausschuss
zu beantragen oder Ähnliches. Ja,
wäre ich Frau Merkel, das wäre
etwas ganz anderes, oder? Dabei ist
mir aber gar nicht bange, was ich
vielleicht einigen anderen Abgehörten voraus habe, obwohl ich
dreiste Verbrechen zugegeben habe:
Ich habe betrogen, gelogen, etliche
Meineide geschworen, sogar einer
Frau gedroht, sie umzubringen und
all das wurde abgehört.
Verwaltungschef:
„Eins ... zwei ... drei ...
ich seh sie nicht mehr!“
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FORUM THEATER // PINNEBERG
Im
Strafrecht
werden
Handlungen
danach unterschieden,
ob sie strafrechtlich
relevant sind
oder nicht.
Und da
eines unserer
wichtigsten
Beweismittel
das gesprochene Wort
ist, muss
dieses Wort
hinsichtlich seines Sinngehaltes ausgelegt werden. „Abgehört werden“ ist
so ein Begriff, der zweideutiger nicht
sein kann: Hört mich ein Dritter ab,
kommt es zunächst darauf an, ob es
heimlich geschieht; selbst das würde
aber kaum einen stören, wenn er
nichts geäußert hat, was ihn belasten
oder verraten könnte. Natürlich ist
das „heimliche Abhören“ in jedem
Fall ärgerlich und eine derbe Verletzung der Privatsphäre, umklammert
einen und macht unendlich unsicher.
Aber auch das „unheimliche Abhören“ bringt so seine Gefahren mit
sich. Habe ich, wenn auch freiwillig,
einem Abhören zugestimmt, sind alle
meine in Worte gefassten Gedanken
öffentlich und ich muss sehr genau
aufpassen, was ich äußere. Nicht jeder
hat darüber die Kontrolle, sei er nun
so unwichtig wie ich oder wichtiger
Politiker (oder hält sich zumindest
dafür).
Als Schauspieler hänge ich geradezu davon ab, „abgehört“ zu werden.
Zwar lerne ich meine Texte zu
Hause im stillen Kämmerlein, kann
meine Textpassagen auch mit einem
Zettel verdecken und nur die meiner
Mitspieler offen lassen, aber ich
erwische mich immer wieder dabei,
mich selbst zu betrügen, indem ich
zu Beginn meiner nächsten Zeile sehr
schnell den Zettel lüfte. Der Betrug
wird immer größer, wenn ich meine,
Exekutivdirektorin: „Schön ...“
eigentlich den Text doch zu können,
ging es mit der oben genannten Methode doch so schön. Tja, und dann
kommt das „Abhören“!!! Und dabei
tritt die nackte Wahrheit dann ans
Licht und mein schöner Selbstbetrug
wird gnadenlos aufgedeckt, so wie ich
es mit meinen Textzeilenanfängen
zu Hause gemacht hatte. Ohne das
„Abhören“ würde ich auf der Bühne
also ebenso gnadenlos auf die F... (Sie
wissen schon!) fallen.
Was unterscheidet mich also von
Frau Merkel? Bin ich ein schlechterer
Mensch, nur deshalb unwichtig, weil
ich nicht Kanzlerin bin oder nicht
so viel Verantwortung trage wie sie?
Nein, im Gengensatz zu ihr hasse ich
nicht diejenigen, die mich abhören
oder fürchte sie, im Gegenteil, ich
bin ihnen unendlich dankbar für ihre
Geduld und die Zeit, die sie beim
„Abhören“ für mich investieren, ich
liebe sie!
Und mit Politikern habe ich gemein, dass ich Schauspieler bin. Denn
mal ehrlich, ich darf davon ausgehen,
dass auch Sie überzeugt sind, dass
viele Politiker nicht wirklich alles
von dem verstanden haben, was sie
sagen und/oder tun. Auch sind es
meist nicht ihre eigenen Worte, die
sie verkünden, sondern sie wurden
ihnen vorgeschrieben, wie ein Text
für einen Schauspieler. Und wenn sie
diese Worte dann als eigene verkün-
den, sind sie doch
auch nur Schauspieler, oder?
Zugegeben, die
Bühne ist eine
andere und kann
viel mehr Positives
bringen oder Unheil
anrichten, als eine
Theaterbühne.
Politiker haben bei
ihren Auftritten
zwar in der Regel
mehr Zuschauer und
Zuhörer, als das FORUM THEATER,
aber dafür dürfen sie
bei ihren Auftritten
auch vom Zettel
ablesen.
Mit wichtigen
Politikern möchte ich nicht tauschen.
Wenn ich abgehört werde, fast immer
von einer Frau, kommen zwar alle
meine Fehler ans Tageslicht, aber ich
muss das nicht fürchten. Sie wissen ja,
dass sie keinen vollkommenen Typen
vor sich haben. Wer dagegen einen
Politiker abhört, hat alles Mögliche
im Sinn, aber er will diesen Politiker
sicher nicht retten ...
Ich möchte mich auf diesem Wege
ganz herzlich bei diesen Retterinnen
bedanken, denn ihnen wurde bisher
selten eine Zeile gewidmet.
HANS MOLENDA
FORUM THEATER // PINNEBERG
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DARSTELLER
Sekretärinnen:
Die Blonde
Carina
Jahn
ExekutivDirektorin
Nathalie
Marth
Die Brünette Die rote
gudrun
Sarah
göller
Tusk
Verwaltungs- Stadtchef
Bote
Andreas
Nunzio
Hettwer
Sinatra
Die schwarze
Tomke
Julius
Programmierer
Joachim
Willhöft
Die
Stimme
Dietrich
Osten
PRODUKTIONSTEAM
Regie
Ausstattung
Sabine
Körner
Bühnenraum Bühnenraum
Plakat
Wiebke Talina Tomke
Julius
Julius
Produktion, Ton
Hausmanagement
Thomas
Körner
Technik
Arne
Timm
Technik
lutz
hatje
soufflage
Sieglinde
eifler
Maske
Martina
Nickels
MAL WAS GANZ ANDERES: RÜCKBLICK
„JAKES FRAUEN“
Allen Leuten Recht getan, ist eine
Kunst, die niemand kann.
Jeder kennt wohl diese alte Weisheit und sie ist immer noch nicht
widerlegt. Aber „anders machen“
kann man, alte Pfade verlassen und
Neues gestalten. Natürlich muss das
Neue passen und sich in ein Gesamtes einfügen, sodass es sich geschmeidig, angenehm, völlig natürlich und
logisch anfühlt. Genau so habe ich
die Produktion von „Jakes Frauen“
erlebt. Dass ein Mann allein mit sieben Frauen auf einer Bühne agieren
soll, hatte sich Neil Simon schon
vor Jahren ausgedacht, als er das
Theaterstück „Jakes Frauen“ schrieb
und Schauspielern zumutete, es auch
auf einer Bühne aufzuführen – also
nicht neu. Allerdings mag ein jeder
einmal nachdenken: Wie oft hat das
FORUM THEATER ein Theaterstück in ähnlicher Besetzung aufgeführt? Und dass eine Regie so weit
geht, ein Bühnenbild zu schaffen
und zu bauen, das überwiegend aus
unterschiedlichen Ebenen besteht,
ist in der Tat sowas von anders als
das im FORUM THEATER bisher
Gewohnte.
Diese verschiedenen Ebenen
haben meines Erachtens die Geschichte von und über Jake perfekt
unterstützt. Seine Zerrissenheit
und seine Ängste wurden über den
14 |
FORUM THEATER // PINNEBERG
Text hinaus sichtbar gemacht, sodass
der Zuschauer jederzeit über die
Gemütslage des Protagonisten auch
visuell informiert war. Nicht zuletzt
hat die sparsame Bühnenausstattung
dazu beigetragen, die tatsächliche
Leere in Jakes Leben auszudrücken.
Man konnte sich in Jakes Vorstellungswelt entführen lassen und sich
all das dazudenken, was man auf
der Bühne nicht dargestellt fand.
„Nur renovierte Lagerhäuser, das
ist alles“ sagt Jake und jeder konnte
ungehindert seine eigenen Bilder
im Kopf dazu entwerfen, ohne
durch eine Bühnenausstattung in
eine bestimmte Richtung gelenkt
zu werden. Neu insoweit auch der
mitten aus der Bühne herausragende
Aluminiumpfeiler in seiner, je nach
Lage des Stückes, unterschiedlichen
Bedeutung.
Auch der Beginn des Stückes, das
eben nicht erst nach dem dritten
Klingeln plötzlich anfing, sondern mit Schauspielern, die, unter
das Publikum gemischt, schon zu
spielen begonnen hatten, bevor der
Zuschauer überhaupt merkte, dass
es schon angefangen hat, ist neu,
anders.
Jakes „Zwiegespräche“ mit dem
Publikum waren zwar vom Autor
vorgesehen, aber auch diese Form,
das Publikum miteinzubeziehen,
ist etwas, was im FORUM THEA-
Szenenfoto „Jakes Frauen“: Jake auf „seiner“ Rückzugsebene
TER Pinneberg nicht
gerade üblich ist.
Neu und auch anders
waren darüberhinaus
die lediglich schwarz
abgehängten Kulissen
und, für den Zuschauer unsichtbar, in die
Bühne führenden
Treppenaufgänge.
Vom Autor gewollt,
aber ebenfalls neu und
anders ist auch, dass
der Zuschauer selbst entscheiden
muss, wann welche Frau eigentlich
real ist und wann nicht. Das war
selbst für uns Schauspieler manchmal nicht leicht. Um mich, der ich
den Jake darstellen durfte, vollends zu verwirren, hatte die Regie
nämlich alle Knutschszenen, die im
Textheft vorgesehen waren, gestrichen – daran hätte zumindest ich ja
unmittelbar feststellen können, welche Frau real ist. Aber in manchen
Passagen des Stückes wurde es einem
auch leicht gemacht, sich zurechtzufinden; trotzdem, mitzudenken
und sich dem Geschehen hinzugeben, wurde dem Zuschauer mehr
als in manch anderem Theaterstück
abverlangt.
Neu, anders und niemals wiederkehrend ist dieses wundervolle
Geschenk, dass mir „meine“ Frauen
zur Derniere gemacht haben: Dass
Ihr mir „Hit the road Jake“ gesungen
habt, hat mich zu Tränen gerührt
und mir Gänsehaut bereitet, die
mich beim Gedanken daran noch
heute überkommt. Danke!!! Ihr seid
einfach super!!! Und was wäre ein
Jake ohne seine Frauen? Ein neues
anderes Nichts ...
„Jakes Frauen“ ist ein sogenanntes
Nachrückerstück, dass erst dadurch
auf den Spielplan gelangte, dass ein
ursprünglich angesetztes Stück nicht
zustandekam. Neu und anders ist,
zumindest für mich, die Einsicht,
dass auch Nachrückerstücke etwas
ganz Besonderes sein können ...
Den Zuschauern, der Regie, der
Inspizienz, dem Souffleur und allen
anderen Beteiligten möchte ich ganz
herzlich danken. Dass wir Schauspieler so viel positive Kritik erleben
durften, wäre ohne Euch nicht
HANS MOLENDA
möglich gewesen!
FORUM THEATER // PINNEBERG
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„Ein Schauspieler ist ein Mensch,
dem es gelungen ist,
die Kindheit in die Tasche zu stecken
und sie bis an sein Lebensende
darin aufzubewahren“
Max Reinhardt
Genießen Sie es,
in gepflegter Atmosphäre
von fachkundigem Personal
zuvorkommend bedient zu werden.
Wir freuen uns auf Sie ...!
Ihr Bücherwurm-Team
16 |
FORUM THEATER // PINNEBERG
ücherwurm
Pinneberg, Dingstätte 24
Telefon: 04101/ 2 32 11 Fax: 51 22 93
www.buecherwurm-pinneberg.de
VORSCHAU:
DIE KLEINE HEXE
Heute ist Walpurgisnacht, was uns
Hexen Freude macht ....
.... wild und ausgelassen tanzen die
großen Hexen jedes Jahr in der Walpurgisnacht um das Hexenfeuer auf
dem Blocksberg.
Aber es gibt da auch noch eine kleine
Hexe. Deren sehnlichster Wunsch ist
es, beim Tanz dabei zu sein, doch das
ist nur den großen, voll ausgebildeten
Hexen gestattet. Also mischt sie sich
heimlich unter die tanzenden Hexen.
Natürlich wird sie prompt dabei erwischt und mit Schimpf und Schande
davon gejagt. Mit 127 Jahren ist man
zu jung zum Feiern!
Trotzdem erhält sie noch eine Chance: Ein Jahr lang soll sie fleißig lernen
und vor der nächsten Walpurgisnacht
dem Hexenrat beweisen, dass sie eine
gute Hexe geworden ist. Sollte ihr das
gelingen, wird sie in den Hexenrat
aufgenommen und darf in Zukunft am
Hexentanz teilnehmen.
Da heißt es studieren, studieren und
studieren. Zum Glück hat sie Abraxas
an ihrer Seite, der sie kräftig mit Rat
und Tat unterstützt.
Ob sich all ihre Mühe lohnen wird?
Die „Kleine Hexe“ erwartet ein turbulentes Jahr voller kleiner und großer
Geschichten und Hexereien ....
DIE KLEINE HEXE
von Otfried Preußler
Regie: Birte Hatje
Premiere:
Samstag, 22. November 2014
weitere Termine:
23., 29., 30. November 2014
Vorstellungsbeginn:
16:00 Uhr
ERNST-PAASCH-HALLE
Lindenstraße 10, Pinneberg
FORUM THEATER // PINNEBERG
| 17
UNSER BESONDERER DANK GILT:
den Stadtwerken Pinneberg für ihre langjährige Unterstützung
dem Sozialkaufhaus der AWO für die regelmäßige Leihe und Lieferung
von Mobiliar für die Ausstattung unserer Bühne
Viele Menschen waren daran beteiligt, dass „Nach dem Regen“ auf die Bühne des
FORUM THEATERs gebracht werden konnte. Meinem Mann, unserer Familie,
Freunden und all denen, die Ermutigung gaben, mir den Rücken freihielten, Ideen
auf Machbarkeit überprüften und sich mit Rat, Tat und Erfahrung zur Verfügung
stellten, allen danke ich von Herzen!
Mein besonderer Dank gilt Christian Concilio, Meike und Stefan von Pohy´bs &
Konsorten und Daphne Drischler-Posluschny.
Sabine Körner
IMPRESSUM
Herausgeber: FORUM THEATER Pinneberg e.V.
V.i.S.d.P. ...............................Andreas Hettwer
Fröbelstraße 9, 25421 Pinneberg
Tel.: 0171 / 48 432 43
Abonnements......................... Angela Draeger
Tel.: 04101 / 6 75 48
Redaktion und Layout................. Katja Korinth
Lektorat ................................. Nicola Heubach
Andreas Hettwer
Titel ................................. Wiebke Talina Julius
Fotos ....................................Andreas Hettwer
Sabine Körner
Katja Korinth
Anzeigen ............................ Reinhard Matthies
Druck.................. Schneider Druck, Pinneberg
Auflage ................................. 1.000 Exemplare
„Nach dem Regen“ von Sergi Belbel
Aufführungsrechte: henschel Schauspiel
Verlag, Marienburger Str. 28, 10405 Berlin
Zwischentexte:
Carl Spitzweg 1808- 1885, Kurt Tucholsky 1890- 1935, Paul Flemming 1609-1640,
Antonia Michaelis 1979, Ingeborg Bachmann 1926 - 1973
SCHNEIDER DRUCK
Werbung
auf Papier
● Publikationskonzepte und regionale Anzeigenplazierung
● Gestaltung und Satz
● Heft- und Falzprodukte, Plakate, Handzettel
● Selbstdurchschreibesätze und Blocks
Industriestraße 10 • 25421 Pinneberg • Tel.: (0 41 01) 216 7222 • E-Mail: [email protected]
18 |
FORUM THEATER // PINNEBERG
Poppe
S O Z I E T Ä T
Die Fachanwaltskanzlei
www.kanzlei-poppe.eu
Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare und Mediatoren
Sozietät Poppe
Rübekamp 14-26, 25421 Pinneberg • Telefon:04101/560-0 • Fax:04101/560-222 • E-Mail:[email protected]
Michael Detjens, Notar
Dr. Jürgen Heinrich, Notar
• Fachanwalt für Arbeitsrecht
• Fachanwalt für Verkehrsrecht
• Dipl.-Kaufmann u. Steuerberater
• Fachanwalt für Steuerrecht
Gerd Nedderhut, Notar
Kerstin B. Blum
Friedrich B. Osthold, Notar
• Fachanwalt für Erbrecht
• Fachanwalt für Familienrecht
• Fachanwältin für Arbeitsrecht
• Fachanwältin für Miet- u.
Wohnungseigentumsrecht
Torsten Stempel
Jutta Bruhn, Notarin
• Fachanwalt für Arbeitsrecht
• Fachanwältin für Familienrecht
Maik Winneke
Falko Tzschaschel, Notar
• Fachanwalt für Bank- und
Kapitalmarktrecht
Vinzenz Graf v. Baudissin, Notar
• Fachanwalt für Verkehrsrecht
Sven Sommer, Notar
Holger Gieseler, Notar
• Fachanwalt für Familienrecht
• Mediator
Kaspar Lehming
• Fachanwalt für Verwaltungsrecht
• Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
Wenn bei Ihnen
einmal "Theater“ ist,
besuchen Sie uns!
SPIELPLAN 2015
HONIGMOND
von Gabriel Barylli
21. / 22. / 27. / 28. Februar 2015
01. März 2015
AUSSER KONTROLLE
von Ray Cooney
18. / 19. April 2015
24. / 25. / 26. April 2015
DIE BESSERE HÄLFTE
von Alan Ayckbourn
20. / 21. Juni 2015
26. / 27. / 28. Juni 2015
DIE FREMDE STADT
von John B. Priestley
31. Oktober 2015
01. / 06. / 07. / 08. November 2015
ERNST-PAASCH-HALLE - Lindenstraße 10, Pinneberg
Vorstellungsbeginn 19:30 Uhr, sonntags 18:00 Uhr
Eintrittspreise
10,00 / erm. 7,50
Abendkasse
0176 / 66 14 74 87
Vorverkauf:
BÜCHERWURM,
Tel. 04101 / 2 32 11
Kartenpreise zzgl.
Vvk-Gebühren
FORUMTHEATER.DE
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