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Hannover
täglich (fast) alles
alle Tipps und Termine
aus Hannover
und der region Seite 32
| Sonnabend, 1. november 2014 | nr. 255 | SeITe 17
Notaufnahmen melden sich immer öfter ab
lüttje lage
Von HanS-peter
WiecHerS
Stationen sind häufig überfüllt, sodass rettungswagen weite Wege haben / Zahl der notfälle steigt stark an
Verschwitzt in
Unterwäsche
Von andreaS ScHinKel
Von Jörn Kießler
W
enn ich vom Fußball nach Hause
komme und schweigsam bin, höre
ich von meiner Frau irgendwann eine
Bemerkung dieser Art: „Hat die hängende Spitze ihre Laufwege nicht gefunden?“ Oder in der Küche spricht sie
nicht sehr leise mit dem Hund: „Ich vermute, der Doppelsechser hat hinten
nicht kompakt gestanden – oder wenigstens nicht tief genug.“
Diese Frau will damit nicht nur deutlich machen, dass sie die meisten Fußballkommentatoren für Phrasendrescher
hält. Sie dokumentiert so auch kritische
Distanz zur schönsten Nebensache der
Welt. Ich weiß sowieso schon lange,
dass sie meint, der Berufsgruppe der
Fußballpräsidenten werde viel zu viel
Aufmerksamkeit geschenkt.
Vor einigen Tagen aber war von der
anderen Seite des Frühstückstisches ein
entrüstetes Quietschen zu hören: „Manuel Neuer hat sich von seiner Freundin
getrennt.“ Dieser Torwart ist mit Sicherheit der einzige Fußballspieler, den meine Frau mit Vor- und Nachnamen kennt.
Und das auch erst, seitdem die Fernsehsender ihre Übertragungen nach dem
Schlusspfiff fortsetzen. Ihr fiel dabei ein
langer Kerl auf, der sich schon halb ausgezogen hatte: „Wer ist das?“
„Wen meinst du?“
„Der Große da.“
„Meinst du den im Unterhemd?“
„Ja. Sag schon.“
Mir war das Thema unangenehm. Ich
finde es gelinde gesagt unpassend,
wenn ein herausragender Vertreter der
deutschen Nationalmannschaft – um
nicht zu sagen des deutschen Fußballs
überhaupt – in Unterwäsche vor Millionen TV-Zuschauern herumläuft. Ich hätte mir einen Ordnungsruf des Bundestrainers gewünscht, aber da kam nichts.
Jetzt wird bei uns am Frühstückstisch
also darüber gesprochen, welcher Fußballer sich von seiner Freundin getrennt
hat und warum. Ich erzähle einen Spielerfrauenwitz aus der Blondinenwitzschublade. Keiner lacht, und ich muss
mir anhören, dass diesen Gockeln in
kurzen Hosen die ganze Anhimmelei
und ihre Millionen zu Kopf gestiegen
und sie beziehungsunfähig sind.
Das wäre mal ein Thema für Günther
Jauch.
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Die Versorgung von Notfällen stellt Kliniken und Rettungskräfte vor wachsende Probleme. Sanitäter berichten immer
häufiger davon, dass Krankenhäuser die
Besatzungen von Rettungswagen abweisen, indem sie sich wegen Überlastung
bei der Rettungsleitstelle der Region abmelden. Die Kliniken klagen über eine
zu hohe Auslastung, vor allem, weil immer mehr Patienten in die Notaufnahmen kommen, ohne dass ein medizinischer Notfall vorliegt. Bei tatsächlichen
Notfällen müssen die Retter dadurch immer wieder weitere Wege fahren als nötig.
In Hannover wird die Situation dadurch verschärft, dass seit dem Umzug
des Oststadtkrankenhauses auf das Gelände des Siloah eine Notaufnahme weniger in Betrieb ist. Bis zum 6. September kamen Notfallpatienten auch ins
Krankenhaus an der Podbielskistraße.
Nun müssen sich die verbliebenen Notfallaufnahmen um sie kümmern.
„Den Preis für eine zunehmend auf
ökonomische Aspekte reduzierte Gesundheitsversorgung zahlt am Ende der
Mensch“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende der Regions-CDU, Bernward
Schlossarek. Bereits im Juli hatte er eine
Anfrage an die Region gestellt, um zu
klären, wie häufig sich Notaufnahmen,
Stationen oder ganze Krankenhäuser bei
der Rettungsleitstelle abmelden. Dort
plant man zwar seit einiger Zeit, gemeinsam mit der Leitstelle ein elektronisches
System einzuführen, um die Belegung
der Krankenhäuser nachvollziehbarer zu
machen, konkrete Zahlen gibt es bisher
jedoch nicht.
„Im Bereich der Inneren Medizin und
der Neurologie kommt es allerdings seit
Jahren bei allen Krankenhäusern regelmäßig zu Abmeldungen“, sagt Feuerwehrsprecher Jan Feichtenschlager. Eine
solche zeitlich befristete Abmeldung von
einzelnen Fachgebieten sei unter gewissen Rahmenbedingungen auch sinnvoll,
um dadurch Irrfahrten der Rettungsdienste und eine nachträgliche Verlegung der Patienten zu verhindern. Dies
kommt dennoch immer wieder vor, da
Rettungswagen auch abgemeldete Kliniken anfahren können, wenn sich zur
gleichen Zeit mehrere Notaufnahmen
abgemeldet haben.
„In solchen Fällen sind die Ärzte verpflichtet, die Erstversorgung zu übernehmen, der Patient wird danach aber meist
direkt in ein anderes Krankenhaus verlegt“, erklärt Stefan Zorn, Sprecher der
Medizinischen Hochschule Hannover
In die Debatte um die Forderung der
CDU-Ratsfraktion nach einem Ende des
Flüchtlingscamps auf dem Weißekreuzplatz greift jetzt auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) ein. Nach Informationen der HAZ bittet er sowohl
CDU-Fraktionsvize Jens-Michael Emmelmann als auch den Chef der Christdemokraten im Rat, Jens Seidel, zum
Gespräch ins Rathaus. Ob beide CDUVertreter zu einem gemeinsamen Termin geladen werden, ist unklar. Der OB
will die Vorwürfe Emmelmanns entkräften und zur Besonnenheit mahnen.
Politischen Wirbel löste vor einigen
Tagen CDU-Vize Emmelmann mit seinem Aufruf aus, die Stadt müsse den
Platz endlich räumen lassen. Zuvor hatte
die Polizei darauf hingewiesen, dass die
Flüchtlinge ihr Lager nicht winterfest
machen dürfen. Emmelmann warf dem
OB vor, „sich am Nasenring durch die
Manege ziehen zu lassen“. Hannovers
CDU-Parteichef Dirk Toepffer kritisierte
zwar ebenfalls das Dauerlager auf dem
Platz, distanzierte sich aber von der Forderung nach Räumung.
Fraktionschef Seidel weilt derzeit im
Urlaub. Aus CDU-Kreisen ist zu vernehmen, dass das Verhältnis zwischen ihm
und Emmelmann nicht zum Besten steht.
Seidel wird vorgeworfen, auf Kuschelkurs zum OB zu gehen und die „Abteilung Attacke“ zu vernachlässigen.
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Charles Fazzino
Rettungswagen an der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover.
(MHH). Für den Patienten sei das ärgerlich, eine Bettenauslastung von mehr als
93 Prozent in der MHH mache diese
Maßnahme jedoch manchmal unausweichlich. „Dazu kommt, dass die Zahl
der Notfallpatienten in den vergangenen
neun Jahren von 29 604 um fast 40 Prozent auf 41 193 gestiegen ist“, sagt Zorn.
Im Klinikum der Region Hannover
(KRH) sieht es ähnlich aus. In den vergangenen Jahren erhöhte sich die Ge-
Foto: Kleinschmidt
samtzahl der Patienten, die in den elf Kliniken stationär aufgenommen wurden,
von 120 000 auf 135 000. „Mehr als die
Hälfte von ihnen kommt über die Notaufnahme in die Krankenhäuser“, erklärt Unternehmenssprecher Bernhard
Koch. Oft treffen mehrere Notfallpatienten ein, während zugleich auch noch Patienten mit weniger dramatischen Beschwerden kommen – weil ihr niedergelassener Arzt keine Sprechstunde hat. In
solchen Situationen kämen die Stationen
vermehrt an ihre Belastungsgrenze und
müssten sich daher bei der Rettungsleitstelle abmelden. Um die Notaufnahmen
zu entlasten, wurden im KRH nun spezielle Ambulanzen eingerichtet. Dort
werden Patienten behandelt, die in die
Notaufnahme kommen, aber offensichtlich kein Notfall sind.
» Wie steht es um die Kliniken?
Seite 19
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Winter an. der Flohmarkt findet auch während der adventszeit statt.
rm
Nicht, dass er kein Freund der Reinlichkeit gewesen wäre. „Die Hygiene war
Leibniz schon ein wichtiges Anliegen“,
räumt Georg Ruppelt ein. Schließlich
habe Liselotte von der Pfalz vor gut
300 Jahren dem großen Genius einen bemerkenswerten Sinn für Sauberkeit attestiert: „Es ist rar, dass gelehrte Leute
sauber sein und nicht stinken“, notierte
sie. Doch dass Leibniz’ Konterfei jetzt
ausgerechnet am Eingang der Toiletten
an der Marktkirche prangt, an der Rückwand des Behinderten-WCs, noch dazu
mannshoch, bringt den Direktor der Leibniz-Bibliothek dann doch in Rage. „Das
ist ein Affront“, wettert Ruppelt.
Bereits vor Wochen hat der Künstler
Tobias Schreiber im Rahmen eines Straßenkunstprojekts die Porträts von
18 „Helden der Stadt“ in Hannover platziert – darunter den WC-Leibniz, „mit
freundlicher Genehmigung der Stadtentwässerung Hannover“, wie es auf einem
Schildchen daneben heißt.
Jetzt jedoch laufen die Jünger von
Hannovers größtem Gelehrten Sturm gegen den Leibniz-Kopf am stillen Örtchen:
„Ich bin sprachlos“, sagt Leibniz-Profes-
sor Wenchao Li: „Viele Menschen setzen
sich dafür ein, den Geist Leibniz’ lebendig zu halten – und nun das.“ Auch Prof.
Erwin Stein, ein ausgewiesener LeibnizKenner, ist fassungslos: „Furchtbar, schäbig, beschämend – den Frontman unserer Universität ausgerechnet mit dem Fäkalbereich in Verbindung zu bringen.“
Und Rolf Wernstedt, Präsident der Leibniz-Gesellschaft, findet das ganze „ge-
danken- und geschmacklos“: „Was ist
das für eine Stadt, die es nicht versteht,
mit Leibniz ehrenvoll umzugehen?“, fragt
er sorgenvoll.
Auf breiter Front möchten LeibnizLiebhaber ihren Säulenheiligen jetzt von
diesem fragwürdigen Thron holen: „Im
Rathaus gibt es am Schrägaufzug einen
Fries mit Hannovers großen Persönlichkeiten – dort fehlt Leibniz“, sagt Ruppelt.
„Furchtbar, schäbig, beschämend“: Die Leibniz-Toilette an der Marktkirche.
Foto: Kleinschmidt
„Dafür hat er jetzt einen Platz am WC gefunden.“ Er wolle sich gar nicht ausmalen, was geschähe, wenn man in Wittenberg mit Luther so umginge, „von einem
Goethe-WC oder einem Schiller-Pissoir
in Weimar ganz zu schweigen“.
Sonja Schnalke hingegen kann die
Aufregung nicht nachvollziehen: „Ich
weiß nicht, was daran so schlimm sein
soll“, sagt die Toilettenfrau, die jetzt unter Leibniz’ Augen ihren Dienst versieht:
Schließlich sehe man die Toiletten viel
besser, seit der Gelehrtenkopf da sei, sagt
sie auf ihren Tresen gestützt: „Und Toiletten gehören doch ebenso zur Stadt wie
Leibniz.“ Sie selbst habe sich allerdings
eher mit Nietzsche befasst, gesteht sie,
und zitiert aus dem Stegreif ein paar Worte aus dessen „Antichrist“: „Wir sind Hyperboreer ...“ – eine Anspielung auf das
antike Volk, dem eine mythische Verbindung zu Apollon nachgesagt wird, dem
Gott der (moralischen) Reinheit.
Eine gewisse Tradition hat der sorglose Umgang mit Leibniz’ Erbe in Hannover indes. Schon 1779 echauffierte sich
ein Leser des „Hannoverschen Magazins“ darüber: „An die Mauer, auf welcher die Fenster von Leibnizens Studierstube ruhen, sehe ich alle Tage pissen.“
02.11.2014
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das Konterfei von Leibniz ziert jetzt das marktkirchen-WC – zum verdruss vieler Leibniz-Liebhaber
Von Simon Benne
OB fordert
Besonnenheit von
CDU-Fraktionsspitze
HAZ digital – am Sonntag
mit diesen Themen
■ Zocken ohne Pause: 656 Compu-
terspieler treffen sich an diesem Wochenende in Hannover zu deutschlands größter Lan-Party. eine reportage über ego-Shooter, Schlafmangel
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■ bahn frei! das Unternehmen Kart-o-
mania hat in Hannover ein monopol auf
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■ nach der Pokalpleite: die besten bil-
der und eine aktuelle analyse vom
Spiel Hannover 96 gegen Frankfurt.
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