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Schweiz am SonntagDer Sonntag, Nr. 44, 2. November 2014
54 REGION
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«Mit Kendrick kann man nicht streiten»
Austauschschüler Kendrick hat in seiner Zeit in der Schweiz Erfahrungen mit Essiggurken und Skifahren gemacht
Im Februar kam Yao Shen, mit
englischem Namen Kendrick,
als Austauschschüler mit der
Organisation AFS von Malaysia
in die Schweiz. Heute spricht er
gut Deutsch und sogar ein paar
Brocken Schweizerdeutsch.
VON NORA BADER
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S
chokolade und Käse, das sei es,
was ihn in die Schweiz gezogen habe, sagt Kendrick. Seit
dem 1. September lebt er bei
einer anderen Gastfamilie in
Vordemwald: bei Myriam und Martin
Baltisberger und deren Kindern Tamara
(22) und Timon (17). Jetzt könne er besser
mit dem Velo in die Kanti nach Zofingen
fahren als vorher von Bottenwil aus, sagt
Kendrick, der in seinem Austauschjahr
schon viel erlebt hat – gerade auch mit
«
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Mir gefällt auch, dass man
durch die vier Sprachen
quasi vier Länder in einem hat.»
KENDRICK, AUSTAUSCHSCHÜLER
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dem Velo. «Einmal bin ich zu schnell den
Hügel hinuntergefahren und gestürzt»,
erzählt er. Er sei dann mit blutendem
Arm und Schrammen an den Knien
nach Zofingen weitergefahren, wo er
sich zum Spital durchgefragt habe. Er
musste genäht werden. Erst, nachdem er
das Spital wieder verlassen hatte, rief er
seine damalige Gastmutter an und erzählte ihr, was passiert war. «Sie ist
schon ein wenig erschrocken», sagt
Kendrick.
Das Velofahren ist ihm aber nicht
verleidet, im Gegenteil. Bei Wind und
Wetter radelt er von Vordemwald nach
Zofingen. «Zu Hause in Kuala Lumpur
hat mich meistens mein Vater mit dem
Auto in die Schule gefahren», erzählt er.
Dieser war letzte Woche geschäftlich in
Schweden unterwegs und besuchte seinen Sohn in Vordemwald. Auch der kleine Bruder und die Mutter kamen mit.
«Meine ältere Schwester konnte nicht in
die Schweiz reisen, weil sie eine Prüfung
an der Uni hatte.»
Timon (v.l.), Tamara, Austauschschüler Kendrick, Myriam und Martin Baltisberger, auf dem Bild fehlt Tochter Tirza (24).
DER UNTERSCHIED zwischen seiner Heimat und der Schweiz sei vor allem das
Wetter, das hier schöner sei, und es viel
mehr Bäume habe, sagt Kendrick. Denn
er mag Bäume. «Mir gefällt auch, dass
man durch die vier Sprachen quasi vier
Länder in einem hat», sagt er.
Mittlerweile habe er viele Freunde
gefunden, vor allem Schweizer. «Mit
den Austauschschülern, die gleichzeitig wie ich mit AFS hierher gekommen
sind, habe ich nur noch selten Kontakt», sagt er. Gesehen hat er schon viel,
unter anderem auch Paris und den Europapark in Rust. «In Malaysia sind die
Bahnen in Vergnügungsparks aber
krasser», so Kendrick. Dennoch habe es
grossen Spass gemacht. Zum Einkaufen
fahre er manchmal nach Konstanz, weil
es dort billiger sei. Letztes Mal erwies
sich seine fünfstündige Zugfahrt aber
als vergebens: Er hatte sich ausgerechnet den 3. Oktober (Tag der Deutschen
Einheit) für den Ausflug ausgewählt.
«So bin ich halt wieder zurückgefahren.
Zum Glück hatte ich Schulbücher dabei», sagt der Austauschschüler und
lacht verschmitzt.
WENN ER NICHT GERADE auf Reisen ist,
kocht Kendrick gerne für seine Gastfamilie. «Das ist dann wie Weihnachten
für uns», schwärmt Gastmutter Myriam.
Auch wenn er für hiesige Verhältnisse
etwas scharf koche. «Das war doch nur
Medium», sagt darauf Kendrick. Er müsse immer alles nachwürzen hier. Und:
«Heute habe ich Essiggurken probiert.»
Das sei jetzt nicht unbedingt sein Leibgericht, sagt er. Raclette möge er aber
trotz der Essiggurken lieber als Fondue.
Und natürlich Schokolade, die esse er,
wenn immer möglich.
AUCH IN DEN SKIFERIEN war Kendrick
schon, im Engadin. «Skifahren war anfangs etwas schwierig, weil ich das ja
noch nie gemacht habe.» Nach drei Tagen sei er dann ganz schön müde gewesen, sagt Kendrick. Obwohl er sonst sehr
sportlich sei. Neben der Velofahrt in die
NO
Kanti trainiert er fast täglich im Kraftraum und spielt Basketball. Mit dem
«Sprachtraining» laufe es ebenfalls gut.
«Ich verstehe sogar schon ein wenig
Schweizerdeutsch», sagt er. «Wei mer
heigoh?»
Leider müsse er Mitte Januar schon
wieder zurück nach Malaysia. «Ich würde noch länger bleiben.» Und auch die
Gastfamilie würde ihn noch gerne länger hierbehalten. Er habe sich bereits
sehr gut in die Familie eingelebt und sei
rücksichtsvoll und anpassungsfähig.
Aber in einer Familie gerät man doch
auch mal aneinander? «Wir schon, aber
mit Kendrick kann man nicht streiten»,
ist sich Familie Baltisberger einig.
Auch wer nichts sucht, findet bestimmt etwas ...
Die reichhaltige Zofinger Brocante in der Mehrzweckhalle ist auch dieses Jahr ein Anziehungspunkt
klärt werden. Für das Sammeln braucht
es aber auch keine Erklärung, das Sammeln, die Leidenschaft, muss einzig und
allein für die Sammelnden stimmen.
Völlig daneben liegen all diejenigen Leute, die meinen, sammeln zu müssen als
VON KURT BLUM
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Der oftmals etwas düstere Monat November ist einer der beliebtesten im Jahreskalender, um zu Brocanten einzuladen. Unter diesen ragt seit einigen Jahren die Zofinger wie ein Leuchtturm heraus. Es ist Heinz (Gözi) Mahler und seiner Partnerin Chregi Schmid, unterstützt von einem treuen Stab von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gelungen,
aus einem Dutzend-Flohmarkt einen anspruchsvollen Ort zu machen, der sowohl von Händlerinnen und Händlern
als auch von Sammelnden und Freunden von Sachen «aus der guten alten
Zeit» gerne aufgesucht wird.
DIE GRÜNDE DAFÜR sind höchst unterschiedlich, doch sind sicher die geräumige Halle und der übersichtliche Aufbau
der Brocante massgeblich am verdienten
Erfolg beteiligt. Es herrscht auch dieses
Jahr keine verstaubte Atmosphäre – sondern ein Ambiente, das auch Leute anspricht, die einfach einmal kommen.
Und dann ganz bestimmt nicht mit leeren Händen die Halle verlassen ...
Was wer warum sammelt, ist und
bleibt eine Wissenschaft für sich – und
kann letztlich nicht abschliessend er-
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N
Hier eine alte Nähmaschine aus einer
einstigen Zofinger Schuhmacherei.
icht der Frankenwert ist
entscheidend, sondern der
ideelle Wert, die persönliche
Freude am Gekauften.
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Kapitalanlage. Wer so denkt und so handelt, hat an einer Brocante, aber auch an
einer Auktion oder an einer Sammlerbörse, nichts verloren. Oftmals ist es eine
Kleinigkeit, die man schon seit langem
gesucht, aber bis jetzt nicht gefunden
hat, die das Herz schneller schlagen
lässt. Nicht der Frankenwert ist entscheidend – der ideelle Wert, die persönliche
Freude, ist das Entscheidende.
Mehr als nur ein Schnäppchen findet ein neues Zuhause – und über die Preise kann stets «verhandelt» werden.
KBZ
Zu den treuen Händlern gehört auch
der Brittnauer «Abraham».
Brocante Zofingen in der Mehrzweckhalle
an der Strengelbacherstrasse (BZZ-Gelände), noch heute von 10 bis 17 Uhr (Parkplätze sind vorhanden).
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