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ZO/AvU
Dienstag, 14. Oktober 2014
Bezirk Hinwil l 5
Herbst auf dem Teller
K
eine Jahreszeit lässt sich
so gut auf einem Teller
repräsentieren wie der
Herbst. Ein Bouquet an Farben,
Formen und Geschmacksrichtungen – und Fleisch, das nur
einmal im Jahr Hochsaison hat.
Schon als Kind liebte ich die
selbst gemachten Knöpfli mei-
Aufgetischt
Der ZO/AvU testet in loser Folge
anonym Restaurants in der Region.
ner Mutter, das Rotkraut, den
Rosenkohl, die Marroni, die mit
Konfitüre gefüllten Früchte und
den zart gekochten Hirschpfeffer – oder seltener, einen Rehrücken. Längst esse ich Wildspezialitäten auch auswärts. Primär
aus Neugierde an neuen Geschmackserlebnissen. Denn nur
schon das Rotkraut schmeckt
immer wieder anders.
Wer Wild mag und in der Region nach einem passenden Restaurant sucht, dem wird früher
oder später der Wetziker «Sternen» empfohlen. Besonders originell sei das Essen dort nicht,
sagt ein Kollege. Ein anderer
weiss: «Die verarbeiten dort
noch einheimisches Wild.» Mehr
Überzeugungskraft braucht es
nicht. Zu dritt und mit besonders
leeren Mägen ziehen wir – ein
junger Praktikant, ein kulinarisch versierter Redaktor und
ich – an einem Mittag los.
Im Restaurant in Medikon
zeigt der Blick in die Speisekarte:
Die Auswahl ist grösser als erwartet, und selbst die Zutaten
der Vorspeisen stammen direkt
aus den Wäldern. Es dauert nicht
lange, und die Serviceangestellte
bringt den Wildschweinschinken mit Melone (klein Fr. 14.50),
die Wildcrèmesuppe (Fr. 9.50)
und die Wildpastete (klein Fr.
13.50) – beides hausgemacht.
Die Suppe dampft. «Sehr gut»,
sagt der Praktikant, «schön würzig und sämig ist sie.» Erst nachdem er sie ausgelöffelt hat, verrät
er, dass es sogar noch Fleischstückchen darin gehabt hatte.
Der zweite Testesser schwärmt
vom fein geschnittenen Wildsauschinken, der ein bisschen an
Mostbröckli erinnere. Auch mir
schmeckt es. Aber womöglich
gäbe meine Wildpastete geschmacklich noch mehr her, wäre
sie nicht so kalt.
Der erste Hunger ist gestillt,
die Vorfreude auf den Hauptgang
gross. Auf dem Tisch nebenan erhaschen wir einen Blick auf das,
was uns erwartet. Einem Paar
wird gerade ein Teller mit Spätzli,
Fleisch und allem Drumherum
serviert. Wir sind nicht die Einzigen, die des Wildes wegen hier
sind.
Das Restaurant füllt sich. Am
runden Tisch vor uns nehmen
zwei Handwerker Platz. An der
Holzwand hinter ihnen hängen
Vereinswimpel und ein Plakat,
das für Sauser wirbt. Es ist ein
rustikales Lokal, in dem die
blau bezogenen Stühle neben
dem vielen Braun ins Auge stechen.
Wir beginnen eine Diskussion
darüber, ob wir bei einem Blindversuch wohl Zuchtwild von frei
lebendem Wild auf dem Teller
unterscheiden könnten. Dann
wird der Hauptgang serviert, und
wir widmen uns den Tellern:
Rehpfeffer nach Jägerart (28
Franken), Rehschnitzel Mirza
(36 Franken) und das Rehsteak
Hubertus (Fr. 39.50). «Der Rehpfeffer ist gut», sagt der junge
Testesser, «aber ähnlich habe ich
ihn schon woanders gegessen.»
Die hausgemachten Spätzli finden wir alle spitze, und beim Rehschnitzel und Rehrückensteak
kommen der zweite Testesser
und ich nicht mehr aus dem
Schwärmen heraus. Schnitzel wie
Rücken sind genau richtig durch
und mit einer feinen Sauce versehen. Ausserdem erfreuen wir
uns am bissfesten Rosenkohl und
dem leicht süss-sauren Rotkraut.
Dafür, dass es im «Sternen» ausschliesslich Rehfleisch gibt, liefert Wirt und Koch Bruno Rast
später eine einfache Erklärung.
«Dort, wo ich es herhabe, gibt es
keinen Hirsch», sagt er. Deshalb
hat er sich in den vergangenen
Jahrzehnten auf Reh spezialisiert, das er Jägern aus Wetzikon,
Bäretswil, Pfäffikon und dem
Tösstal abkauft. Auf die Karte
kommt es bei ihm als Wildspezialität nur im Herbst – auch
wenn die Tiere bis auf die viermonatige Schonzeit das ganze Jahr
über geschossen werden.
Das Wirtepaar Priska und Bruno Rast serviert von September bis Dezember Wildspezialitäten.
Reh aus der Gegend – das erste starke Argument, das für den
«Sternen» spricht. Das zweite
ist die solide Küche. Wer auf
Experimente aus ist, wird hier
tatsächlich enttäuscht. Aber
uns hat die klassische Wildküche Rasts überzeugt. Mit vollen
Mägen – bei einem der Mitesser
hatte es noch Platz für ein
Seraina Boner
Vermicelle – machen wir uns
auf den Weg zurück ins Büro.
Wir kommen wieder. Im nächsten Herbst.
Regula Lienin
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